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Marta Kuhn-Weber (1903-1990) war eine Künstlerin, die geistige, ökonomische und künstlerische Freiheiten ausschöpfte und die Grenzen zwischen Fantasie und Wirklichkeit nicht akzeptierte. Als selbstbewusste, exaltierte, eigenständige und eigensinnige Figur steht sie heute für einen Künstlerinnentypus, der sich nicht auf Gattungen festlegen lässt und sich unabhängig macht vonBewertungen von außen. Sie studierte Mitte der 1920er Jahre an der Badischen Landeskunstschule in Karlsruhe und gab 1930 die politisch linke Künstler*innenzeitschrift ZAKPO mitheraus. Nach Stationen in Berlin, Freiburg, Basel und dem Elsass ging sie Mitte der 1960er Jahre nach Paris. Die extrovertierte Grenzgängerin war eine Meisterin der Inszenierung. Das zeigt sich sowohl in ihren fotografischen und malerischen Selbstporträts, als auch in ihren bis zu über einem Meter großen Puppen, die Genderzuschreibung, Sexualität und gesellschaftliche Rollen thematisieren. Als Inspiration dienten ihr Literatur, Theater, Showbusiness und die queere Szene der 1960/70er Jahre.Eine umfangreiche Biografie sowie ihre Vernetzungen zu Kunstschaffenden in Saarbrücken und Karlsruhe über Berlin bis Paris sind ebenso Bestandteil wie ein ausgewähltes Werkverzeichnis.
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