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Die Zeugnisse Karl Mays uber seine Begegnungen mit Sascha Schneider (1870-1927) offenbaren eine Kunstlerfreundschaft von tiefster Bedeutung. Enthusiastisch ruhmte May den Maler, Zeichner und Bildhauer in einem Brief an seinen Verleger Fehsenfeld im Marz 1904 als "e;deutschen Michel Angelo"e;. Schneiders Werke erschienen dem Autor wie eine Visualisierung eigener innerer Konflikte, umgekehrt war Schneider von den Heldentaten der Mayschen Kraftmenschen, dem archetypischen Kampf zwischen Gut und Bose fasziniert. So entzundete sich schon beim ersten Treffen ein inspirierter Dialog zweier in ihren kunstlerischen Ansichten und Weltanschauungen zwar sehr verschiedener, aber dennoch seelenverwandter Personlichkeiten. Obwohl die kontraren Auffassungen auch immer wieder zu Misstonen fuhrten - so konnte Schneider beispielsweise dem Drama Babel und Bibel, in das May gro te Hoffnungen gesetzt hatte, nichts abgewinnen -, blieb die personliche Vertrautheit doch ungebrochen. Als Schneider schlie lich dem Schriftsteller seine Homosexualitat eingestand, war May daruber keineswegs besturzt, sondern bemuhte sich, dem unter seiner sexuellen Veranlagung Leidenden Zuversicht und Halt zu spenden. Der Ausgabe von Mays Gesammelten Reiseerzahlungen mit von Schneider gestalteten symbolistischen Titelbilder - heute gesuchte Sammlerstucke - war seinerzeit indes kein gro er Erfolg beschieden. Nach Mays Tod erhielt Schneider die Freundschaft zu dessen Witwe Klara und die rege Korrespondenz mit ihr aufrecht. Er bewahrte dem Schriftsteller-Freund bis zu seinem eigenen Tod ein ehrendes und bis heute gultiges Gedenken. Am 14. April 1920 notierte Schneider: "e;May wird unsere Zeit uberdauern und noch eine andere Zeit dazu."e;Mit einem ausfuhrlichen Vorwort von Prof. Dr. Hartmut Vollmer.
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