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Carlo Bernari gilt mit seinem Hauptwerk Tre operai (Drei Arbeiter, 1934) als einer der Hauptbegründer des Neorealismus. Aber ein Bündel von kritischen und soziologischen Überlegungen macht Bernari zu einem exemplarischen Schriftsteller in Bezug auf die interpretatorische Komplexität, die zwischen der Suche nach einem expressiven Stil und dem Psychologismus, zwischen der Modernität des Schreibens und der traumatischen Opposition zur Tradition steht. Von Bernari, dem Erzähler und Essayisten, muss man in der Zwischenzeit jene moralische und zivile Militanz wiederherstellen, die das Zeichen seiner Reife, aber auch seiner problematischen Interpretation des Begriffs Realismus ist. Für Bernari geht es nicht um die blosse Darstellung der Realität.
In diesem Sinne verläuft der rote Faden seiner Erzählung Bittere Liebe entlang der Angst als Hauptbedingung der Figur, die der Außenwelt begegnet und mit ihr kollidiert. Aber gerade in dieser Empfindung, der Angst, entsteht ein Ventil, das die Furcht durch sein Gegenteil, das Gefühl, die Liebe, ausgleicht. Angst und Gefühl sind also die beiden dialektischen Elemente, aus denen sich Bernaris Erzählung zusammensetzt. Es ist im Übrigen kein Zufall, dass Bittere Liebe in die faschistische Vorkriegszeit, ins Jahr 1936, datiert und die Fortsetzung des Meisterwerks Tre operai ist, einer weiteren Geschichte über Liebe und Tod.
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